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Lohnt sich die Riester-Rente wirklich?
12,9 Millionen Riester-Verträge haben deutsche Sparer bereits unterschrieben - ein beachtlicher Erfolg acht Jahre nach Einführung der Riester-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorgemöglichkeit. Immer wieder machen jedoch Negativ-Gerüchte die Runde. Riester-Produkte seien zu komplex und oftmals sorgen hohe Kosten dafür, dass von den staatlichen Zulagen am Ende nur wenig übrig bleibt. Viele Sparer vergessen außerdem die ihnen zustehenden jährlichen Zulagen rechtzeitig zu beantragen und verschenken somit jedes Jahr Millionen. Am Ende stellt sich für den Sparer die entscheidende Frage: Lohnt sich die Riester-Rente nun tatsächlich oder gibt es bessere Alternativen?
Es ist ziemlich schwierig, ein pauschales Urteil über die Riester Rente zu fällen, denn es gibt nicht nur fünf unterschiedliche Grundtypen (Banksparplan, Fondssparplan, klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung, Wohn-Riester), sondern darüber hinaus hunderte von verschiedenen Riester-Produkten. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten und qualitativ gute von weniger guten Angeboten zu unterscheiden. Anbieter von Riester-Produkten (wie DWS, Allianz usw.) müssen dem Sparer garantieren, dass er zum Rentenbeginn zumindest sein einbezahltes Geld und die staatlichen Zulagen zurückerhält. Solche Garantien kosten Geld und gehen zu Lasten der Rendite, die mit der gewählten Finanzanlage erwirtschaftet werden soll.
Die geringsten Kosten fallen bei relativ simplen Riester-Produkten, wie z.B. Banksparplänen an. Die günstigsten Angebote sind hier zum Teil für weniger als 10 Euro im Jahr zu haben. Allerdings sind die Renditeaussichten dieser Sparpläne mit etwa 2,5 Prozent pro Jahr für viele Sparer schlichtweg zu mickrig. Da erscheinen 4 Prozent Rendite jährlich, wie man sie mit Riester-Fondssparplänen nach Abzug der Kosten erreichen kann, um einiges interessanter. Bei Laufzeiten von mehr als 30 Jahren machen sich eben bereits wenige Prozentpunkte deutlich bei der resultierenden monatlichen Rente bemerkbar. Allerdings besteht bei Fondssparplänen die Möglichkeit, dass anstatt der 4 Prozent am Ende gerade mal das eingezahlte Geld auf dem Konto steht, zum Beispiel bei einem Crash am Aktienmarkt kurz vor dem Rentenalter. Aus diesem Grund und weil das Geld später in den meisten Fällen als monatliche Rente ausgezahlt werden muss, schichten viele Anbieter kurz vor dem Rentenalter das Geld in sichere Anlagen, wie z.B. eine Rentenversicherung um.
In der Vergangenheit haben viele Menschen eine private Rentenversicherung für ihre Riester Rente gewählt. Bei diesen Produkten fällt es am schwierigsten die Spreu vom Weizen zu trennen und so verwundert es nicht, dass in manchen Fällen eine ganz normale private Rentenversicherung ohne staatliche Förderung am Ende der Laufzeit eine deutlich höhere Auszahlungssumme abwirft als eine Riester-Rentenversicherung. Trotzdem ist eine riester-geförderte Rentenversicherung nicht per se schlecht oder teuer. Wichtig ist es, beim Vertragsabschluss darauf zu achten, ob es sich um eine klassische oder eine fondsgebundene Rentenversicherung und ob das vorgeschlagene Produkt tatsächlich den eigenen Wünschen entspricht. Erst danach sollte man die Kosten bzw. die zu erwartenden Auszahlungssummen einzelner Angebote vergleichen.
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