Chefarztbehandlung und Einzelzimmer für gesetzlich Krankenversicherte
Private Krankenzusatzversicherung
Viele Patienten wünschen sich bei einem Krankenhausaufenthalt eine individuellere und bessere Behandlung am besten gleich vom Chefarzt persönlich. Und die Unterbringung in einem Einzelzimmer wäre ebenfalls nicht schlecht. Im Normalfall sieht der Gesetzgeber bei gesetzlich Krankenversicherten lediglich eine Grundversorgung vor, sprich die Unterbringung in der nächstgelegenen Klinik und in einem Mehrbettzimmer. Einen Anspruch zur Behandlung durch den Chefarzt gibt es bei gesetzlich Versicherten nicht. Private Zusatzversicherungen schließen diese Versorgungslücke und ermöglichen gesetzlich Versicherten den Aufenthalt im Einbett- oder Zweibettzimmer sowie die Chefarztbehandlung. Bereits 5,3 Millionen solcher Zusatzpolicen gibt es in Deutschland, die Tendenz ist steigend. Nicht jedes Angebot für eine private Krankenzusatzversicherung ist sinnvoll. Bei den Preisen und Leistungen gibt es zwischen den einzelnen Versicherungsanbietern genau wie bei anderen Versicherungen zum Teil große Unterschiede.
Preise und Bedingungen bei privaten Krankenzusatzversicherungen
Die Kosten für private Zusatzpolicen steigen mit zunehmendem Alter und sind zudem vom Gesundheitszustand des Anwärters abhängig. Einige Anbieter bieten Krankenzusatzversicherungen generell nur für Personen an, die jünger als 65 Jahre sind. Die Preisunterschiede zwischen den Versicherungsanbietern sind mitunter gravierend, wobei die teurere Versicherung nicht unbedingt die bessere sein muss. Laut Stiftung Warentest kosten die besten Einzimmertarife für einen gesunden 43-jährigen Mann zwischen 30 und 70 Euro im Monat, ein 54-jähriger zahlt ungefähr 100 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen kooperieren in der Regel mit einem Anbieter für private Krankenzusatzversicherungen und bieten dessen Policen ihren eigenen Versicherten zu besonders günstigen Preisen an. In der Regel lohnt sich jedoch ein Blick über den Tellerrand, da auf dem freien Markt oftmals günstigere und bessere Angebote verfügbar sind. Gerade bei vielen der so genannten Krankenhauszusatztarife war die Beitragsentwicklung in den letzten Jahren ungünstig oder das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte schlichtweg nicht. Wer sich für eine individuelle Zusatzpolice interessiert sollte sich daher möglichst umfassend informieren und sich am besten einen unabhängigen Vergleich verschiedener Angebote erstellen lassen.
Vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung gilt es wie überall die Vertragsbedingungen genau zu studieren. Einige Versicherungen bezahlen beispielsweise die Behandlung in einer Privatklinik nur, wenn diese einen Vertrag mit der gesetzlichen Krankenversicherung des Patienten abgeschlossen hat. Wenn man außer einem Einbettzimmer keine Zusatzleistungen wünscht, kann es im Einzelfall günstiger sein, den Aufschlag für diese Unterbringung direkt aus der eigenen Tasche zu bezahlen, anstatt dafür extra eine Zusatzversicherung abzuschließen. Außerdem gilt es zu beachten, dass selbst mit Zusatzpolice oder prall gefülltem Portemonnaie nicht immer ein Einzelzimmer für den Patienten herausspringt. Wenn im Krankenhaus alle in Frage kommenden Zimmer belegt sind, hilft selbst die beste Krankenzusatzversicherung nicht gegen die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer. Interessant ist aber welche Vereinbarungen mit der jeweiligen Versicherung für den Fall solcher Unstimmigkeiten getroffen wurden. Dasselbe gilt für die Behandlung beim Chefarzt. Sofern dieser die Behandlung zu einem seiner Meinung nach ebenso geeigneten Kollegen delegiert, dann ist dies selbst mit Zusatzpolice absolut zulässig. Wer jedoch viel Wert auf eine Chefarztbehandlung legt, sollte nach Meinung von unabhängigen Experten unbedingt eine entsprechende Krankenzusatzversicherung abschließen.
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