Nicht nur auf die gesetzliche Rente verlassen
Altersvorsorge - Individuelle Vorsorgestrategien und Anlagen gegen Armut im Alter
Jedem von uns sollte klar sein, dass die gesetzliche Rente später einmal nicht mehr ausreichen wird, um einen gewissen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Das System der gesetzlichen Rentenversicherung ist bereits jetzt an seine Grenzen gestoßen. Rentner bekommen jedes Jahr effektiv weniger Geld, da sich Rentenerhöhungen, sofern es denn überhaupt welche gibt, immer noch unter dem Niveau der Inflationsrate befinden. Fakt ist: Jeder von uns muss privat für das Alter vorsorgen, in welcher Form auch immer. Und je früher man damit anfängt, desto besser.
Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge
Staatlich geförderte Altersvorsorge
Riester Rente
Mittlerweile haben immer mehr Menschen die Vorteile des Riester-Sparens erkannt. Der Staat vergibt Zulagen für alle, die einen einkommensabhängigen Eigenbetrag (mindestens 60 Euro im Jahr) in einen Riester-Vertrag einbezahlen. Aufwendungen für die Riesterrente können außerdem als Sonderausgaben bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Riester-Renten sind Hartz-IV sicher. Darüber hinaus muss bei einer Riester Rente vom Anbieter garantiert werden, dass er zum Rentenbeginn mindestens das eingezahlte Kapital inklusive der staatlichen Zulagen an den Sparer ausbezahlt. Auf den nachfolgenden Detailseiten erfahren Sie, welche einzelnen Varianten der Riester-Rente es gibt, was diese kosten, für wen welcher Vertragstyp geeignet ist und wann sich bei bestehenden Verträgen ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnen kann.
Rürup Rente
Für Beamte, Angestellte und Selbständige oder diejenigen, die die Riester-Förderung nicht nutzen können, weil sie nicht rentenversicherungspflichtig sind, ist die bereits 2005 eingeführte Rürup-Rente (bzw. Basisrente) eigentlich die einzige staatlich geförderte Möglichkeit zur Altersvorsorge. Der Staat zahlt hier keine Zulagen, sondern vergibt Steuervorteile, die allerdings deutlich höher sind als bei der Riester-Rente. Deshalb lohnt sich die Rürup-Rente nicht nur für Selbstständige, sondern eventuell auch für Arbeitnehmer mit hohem Einkommen. Das Risiko bei Rürup-Renten hängt von der jeweiligen Vertragsvariante ab. In einigen Fällen wird eine Mindestverzinsung garantiert. Die Rürup-Rente zählt nicht zum anrechbaren Vermögen bei Hartz-IV.
Betriebliche Altersvorsorge
Wenn im Tarifvertrag nichts anderes vereinbart wurde, hat jeder normale Angestellte Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Es gibt zahlreiche verschiedene Vertragsformen und Varianten. Allerdings fließt bei allen Formen ein Teil des Gehaltes in einen Vorsorgevertrag für das Alter. Diese Vorsorgebeiträge sind lohnsteuer- und sozialabgabenfrei, die Betriebsrenten müssen jedoch später voll versteuert werden. In manchen Fällen gibt der Arbeitgeber einen Teil hinzu, er ist jedoch nicht dazu verpflichtet. Betriebliche Altersvorsorgeverträge werden bei der Bedürftigkeitsprüfung im Rahmen von Hartz-IV nicht berücksichtigt.
Nicht-geförderte Altersvorsorge
Private Rentenversicherung
Mit einer privaten Rentenversicherung wird das Langlebigkeitsrisiko versichert, das bedeutet der Versicherte erhält im Alter eine Rente als Entschädigung dafür, dass er bis dahin regelmäßig seine monatlichen Beiträge angespart hat, und zwar lebenslang. Ein vorzeitiger Ausstieg ist meist mit Verlusten verbunden.
Klassische Rentenversicherungen garantieren eine bestimmte Mindestrente, bei der fondsgebundenen Rentenversicherung hängt die Erreichung einer bestimmten Rentenhöhe vor allem vom Aktienanteil ab. Beide Varianten sind nicht Hartz-IV sicher, ebenso unterliegen die Erträge nicht der Abgeltungssteuer.
» mehr Informationen zur privaten Rentenversicherung
Kapitallebensversicherung
Lebensversicherungen garantieren zumindest in der klassichen Form eine Mindestverszinsung (garantierte Rente). Bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen hängt der Erfolg bzw. das Risiko vom Aktienanteil und dem Fondsmanagement der Versicherung ab. Die Ertragschancen dieser Vorsorgevariante sind durchschnittlich bis gut. Auf die Erträge muss keine Abgeltungssteuer bezahlt werden. Lebensversicherungen müssen unter Umständen aufgelöst werden, bevor staatliche Sozialleistungen gezahlt werden.
» mehr Informationen zur Kapitallebensversicherung
Aktienfonds
Ein Teil der Altersvorsorge sollte immer mittels Aktienanlagen erfolgen. Zur Abdeckung des Aktienanteils sind Aktienfonds sehr gut geeignet. Das Verlustrisiko dieser Anlagen ist vergleichsweise hoch, die Ertragsaussichten allerdings ebenfalls. Aktienfonds eignen sich besonders zur Altersvorsorge bei jungen Menschen. Ein Kauf oder Verkauf der Fondsanteile ist relativ unproblematisch möglich. Vor dem Rentenalter darf nicht vergessen werden, das angesparte Vermögen rechtzeitig in sicherere Anlageformen umzuschichten. Aktienfonds werden auf das Vermögen bei der Bedürftigkeitsprüfung im Rahmen von Hartz-IV angerechnet.
» mehr Informationen zu Aktienfonds…
Rentenfonds
Rentenfonds investieren das Geld der Anleger in Anleihen bzw. Rentenpapiere. Die Ertragschancen solcher Fonds sind eher mittelmäßig. Allerdings ist das Verlustrisiko vor allem bei längerfristigem Anlagehorizont ebenfalls mittel bis gering. Rentenfonds können jederzeit ge- oder verkauft werden und eignen sich daher als flexible Ergänzung für sicherheitsorientierte Menschen oder Späteinsteiger. Hartz-IV-sicher sind diese Fonds allerdings nicht.
» mehr Informationen zu Rentenfonds
Sparanlagen
Kurzfristige Sparanlagen, wie Tagesgeldkonto, Bundesschatzbriefe, Festgeldanlagen oder Banksparplan sind sehr beliebt, für die Altersvorsorge jedoch nur bedingt geeignet. Die Erträge dieser klassischen Bankprodukte sind einfach zu mager. Risiken bergen Sparanlagen nicht und sind vor allem als kurzfristige Liquiditätsreserve geeignet. Bei der Beantragung von Arbeitslosengeld werden Sparprodukte dem Vermögen mit angerechnet.
» mehr Informationen zu Sparanlagen
Immobilien
Die Deutschen gelten zwar gemeinhin als Volk der Mieter, trotzdem halten drei Viertel der Bundesbürger die Immobilie für die optimale Form der Altersvorsorge. Wie bei jeder anderen Anlageform gibt es bei der Immobilie ein paar Schwachstellen. Trotzdem eignet sich eine selbst genutzte Immobilie oder Eigentumswohnung durchaus zur Altersvorsorge, wenn alle Schulden mit dem Rentenbeginn abezahlt sind. Allerdings erfordert diese Form der Vorsorge ausreichendes Eigenkapital, über mehrere Jahre gesichertes Einkommen sowie eine solide Finanzplanung und Finanzierung.
» mehr Informationen zu Immobilien und Baufinanzierung
Allgemeine Informationen zur Altersvorsorge
» Überschussbeteiligung bei der Rürup-Rente
» Zusatzleistungen bei der Rürup-Rente
» Rürup-Rente als fondsgebundene Rentenversicherung
» Rürup Rentenversicherung
» Hinterbliebenenvorsorge bei der Riester-Rente
» Deka-BasisRente
» Altersvorsorge für Selbstständige: Wachsende Altersarmut bei Ein-Mann-Unternehmen
» Gesetzliche Rentenversicherung
» Rürup-Rente Fondssparplan
» Fallstricke beim Wohn-Riester
» Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler
» Rürup-Rente - Alle Fakten im Überblick
» Altersvorsorge bei Selbstständigen: Riester-Rente oder Rürup-Rente?
» Zwölf Millionen Deutsche besitzen eine Riester-Rente
Fragen zur Altersvorsorge
• Soll ich meine fondsgebundene Rentenversicherung wegen der aktuell hohen Verluste kündigen?
• Wie sicher sind Sparpläne bei vermögenswirksamen Leistungen (VL)?
• Was kann ein Student für die Altersvorsorge tun?
• Was ist die Versorgungslücke?
• Wieviel Geld sollte man für das Alter zurücklegen?
• Was kann man mit Mitte zwanzig für die Altersvorsorge tun?
• Eignen sich Aktien zur Altersvorsorge?
Hinweise zur betrieblichen Altersvorsorge
» Auswahl der richtigen Variante
» Direktversicherung
» Pensionsfonds
» Jobwechsel


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