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Wie gut sind Firmenanleihen wirklich?

Im Prinzip sind Anleihen nichts anderes als Schuldverschreibungen. Bei Firmenanleihen wird einem Unternehmen ein Kredit zur Verfügung gestellt, der in einem Wertpapier schriftlich festgehalten ist. Das Unternehmen verpflichtet sich im Gegenzug dem Inhaber der Anleihe jedes Jahr einen bestimmten Euro-Betrag zu bezahlen, den so genannten Kupon. Zum Fälligkeitsdatum wird dann der Kreditbetrag zurückgezahlt. Wie jedes andere Wertpapier können Firmenanleihen von interessierten Anlegern ge- und verkauft werden. Der Besitzer der Anleihe wird quasi der neue Gläubiger des Unternehmens. Der Preis der Anleihe, der so genannte Kurs, ist umso höher je niedriger die Rendite ist, die man auf Grund des vereinbarten Kupons und durch eventuelle Kursgewinne in den nächsten Jahren bis zur Fälligkeit des Papiers voraussichtlich erwirtschaften wird. Im Falle von Firmenpleiten greift die staatliche Einlagensicherung nicht. Anleihen von betroffenen Unternehmen wären in diesem Fall wertlos.

Im vergangenen Jahr waren Firmenanleihen in aller Munde. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise waren zahlreiche Anleihen relativ günstig zu haben und die Kupons sowie eventuelle Kursgewinne versprachen stattliche Renditen. Selbst Unternehmen, denen es einigermaßen gut ging, haben den Anlegern hohe Zinskupons von mehr als 6 Prozent jährlich gezahlt. Mittlerweile sind Unternehmenskredite billiger geworden und damit fallen auch die Renditen von Anleihen wieder. Zudem haben viele Zentralbanken Firmenanleihen aufgekauft. Anstatt direkt Unternehmenskredite zu vergeben, legen Banken das von den Zentralbanken geliehenes Geld immer öfter selbst in Unternehmensanleihen mit kurzer Restlaufzeit an, um in Krisenzeiten ein paar relativ sichere Gewinne zu generieren.

Wer seine Anleihe schon ein Weilchen besitzt hat in den meisten Fällen bereits eine ganz nette Rendite erwirtschaftet, denn die Kurse von Firmenanleihen sind im letzten halben Jahr ordentlich angestiegen. Das Problem dieser hohen Kurse ist, dass für viele Anleihen in der verbleibenden Restlaufzeit keine riesigen Renditen mehr zu erwarten sind und man oftmals besser dran ist, wenn man die Anleihe auf dem Kurshöchststand verkauft und sein Geld anderweitig anlegt. Wann der richtige Zeitpunkt zum Verkauf ist, kann man im Voraus oftmals nur schwer beurteilen. Die meisten Finanzexperten sind sich jedoch einig darüber, dass die Anleihekurse nicht mehr lange genauso weiter steigen werden wie in der Vergangenheit. Spätestens wenn es Zinserhöhungen der Zentralbanken gibt, wird das Geschäft mit den Unternehmensanleihen an Attraktivität verlieren und die Anleihekurse sinken. Ob und wann ein Papier verkauft werden sollte, hängt immer vom Einzelfall ab. Selbst in diesen Zeiten gibt es interessante Unternehmensanleihen, bei denen sich ein Investment lohnen kann. Meist wird das Risiko bei solchen renditestarken Papieren ebenfalls etwas höher eingeschätzt, als normal.

Eine Möglichkeit zur Geldanlage in Firmenanleihen besteht darin, Anteile an einem Fonds für Unternehmensanleihen zu erwerben. Zwar kann mit Hilfe solcher Fonds das Ausfallrisiko einzelner Papiere etwas gemindert werden. Bei derartigen Investments besteht allerdings noch ein ganz eigenes Risiko, denn bei einem Zinsanstieg und dem damit einhergehenden Kursverfall der Anleihen kann auch der Fondskurs empfindlich sinken. Die Möglichkeit eine Anleihe einfach so lange zu halten bis sie fällig wird, besteht in diesem Sinne bei Fonds für Firmenanleihen nicht, da sich in einem solchen Fonds viele verschiedene Papiere mit völlig unterschiedlichen Restlaufzeiten befinden.