Ratgeber Kapitalanlagen
Sparen für die Ausbildung
Eine gute Ausbildung kostet Geld, teilweise sogar viel Geld - das dürfte nicht erst seit der Einführung von Studiengebühren bekannt sein. Bis zu 50.000 Euro kann ein normales Hochsschulstudium bereits heutzutage kosten. Selbst die Handwerker-Lehre oder eine praxisbezogene Berufsschulausbildung ist nicht kostenlos. Damit der Nachwuchs trotz knapper Finanzen nicht auf gute Bildung und damit bessere Berufschancen verzichten muss, überlegen sich die Eltern und Großeltern bereits frühzeitig, wie sie für die Ausbildung der Kinder sparen können.
Zunächst gibt es da die Ausbildungsversicherung. Dies ist eine spezielle Lebensversicherung, die Eltern oder Großeltern abschließen, bei der jedoch das Kind begünstigt wird. Die Versicherung zahlt dann zu einem bestimmten Zeitpunkt (beispielsweise zum 18. Geburtstag) einen vereinbarten Betrag aus, über den das Kind verfügen kann, selbst wenn der versicherte Elternteil stirbt. Da es sich um eine Kapitallebensversicherung handelt, sind die im Laufe der Zeit angesammelten Erträge jedoch zumindest bis zur Hälfte steuerpflichtig im Rahmen der Einkommenssteuer (Abgeltungssteuer fällt allerdings nicht an). Das mindert die Rendite, die ohnehin nicht besonders hoch ist (derzeit etwa vier Prozent). Generell liegt die Verzinsung bei Ausbildungsversicherungen unter der von normalen Lebensversicherungen, da die versicherte Person nicht das Kind, sondern die Eltern oder Großeltern sind. Das Todesrisiko dieser Personen steigt mit zunehmendem Alter, daher ziehen die Versicherungen einen gewissen Teil der Beiträge als Risikokosten ab, bevor sie die Auszahlungssumme für das Kind besparen. Einen Vorteil haben Ausbildungsversicherungen jedoch: sie sind ziemlich sicher.
Wer nur kleine Beiträge sparen möchte bzw. insgesamt nur einen geringen Geldbetrag für die Finanzierung der Ausbildung benötigt, kann auch eine normale Festgeld-Anlage wählen, z.B. einen Banksparplan. Die Zinsen sind bei dieser Geldanlage zwar nicht so üppig. Trotzdem ist das Geld in der Regel sicher angelegt. Das gleiche gilt für die derzeit sehr gut verzinsten Tagesgeldkonten. Allerdings sollte man immer darauf achten, bei welcher Bank man einen Sparplan abschließt oder ein Konto eröffnet. Nicht alle Kreditinstitute unterliegen dem mehrstufigen deutschen bzw. europäischen Einlagensicherungssystem.
Eine weitere Möglichkeit, etwas Geld für die Kinder zu sparen, ist der Abschluss eines Fondssparplanes. Nach den Börsenturbolenzen in der Vergangenheit ist diese Sparform etwas in Verruf gekommen. Tatsächlich sind Fondsanlagen etwas riskanter als einfach Banksparpläne, erbringen in aller Regel aber auch höhere Renditen. In der Vergangenheit waren das im Durchschnitt sechs bis acht Prozent im Jahr. Abhängig ist dies vom gewählten Fonds bzw. den Anlagen in welche der Fonds investiert. Je höher der Aktienanteil, desto größer die Renditechancen, desto höher jedoch auch das Verlustrisiko. Eine gute Möglichkeit für vorsichtige Anleger sind Sparpläne, die in einen breit aufgestellten Dachfonds investieren, also einen Fonds, der wiederum in andere Investmentfonds investiert.
Bei Sparplänen und Tagesgeldkonten fällt auf die Erträge 25 Prozent Abgeltungssteuer an, sobald diese über dem jährlichen Sparerfreibetrag liegen. Soweit so gut. Wird das Sparkonto auf den Namen des Kindes abgeschlossen, können noch weit höhere steuerfreie Erträge erwirtschaftet werden, wenn man davon ausgeht, dass das Kind neben den Einkünften aus dem Ersparten keine riesigen anderen Einkünfte hat. Dann wären nämlich jährliche Zinseinnahmen bis zur Höhe des Grundfreibetrages bei der Einkommenssteuer steuerfrei (etwa 7.700 Euro). Dieses Vorgehen hat jedoch auch einen Nachteil. Sobald das Kind volljährig (18 Jahre) geworden ist, kann das Kind allein über den Sparvertrag verfügen und im Zweifel das Geld einfach für den nächsten Urlaub verprassen.
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