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Wer während der Finanzkrise im letzten Jahr den Mut zum Geld anlegen nicht verloren hat, konnte kaum einen Fehler machen. Bis zum heutigen Tag haben die meisten Geldanlagen, wie u. a. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Gold oder der DAX kräftig an Wert zugelegt. Mittlerweile flaut die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise etwas ab und damit werden auch die Zeiten für gute Anlageideen härter. Firmenanleihen sind viel riskanter geworden und bieten zu wenig Rendite für das eingegangene Risiko. Bei Staatsanleihen besteht sogar die Gefahr, dass sie langfristig Verluste erwirtschaften. Beim DAX besteht das Risiko einer Kurskorrektur nach den langen Anstiegen in den letzten Wochen. Die aktuellen Anlagealternativen bieten nicht mehr die ganz großen Traumrenditen, aber interessant sind sie allemal.

Im Bereich der Anleihen ist es zunehmend schwieriger Anlagen zu finden, die eine ordentliche Rendite abwerfen. Euro-Staatsanleihen mit mehr als 4 Prozent Rendite gibt es nur von Krisenländern wie Irland oder Griechenland. Da ist das Geld deutlich sicherer als Festgeld angelegt. Und bei der BMW Bank oder der Cronbank gibt es auch die 4-prozentige Rendite dafür, wenn das Geld für 10 Jahre angelegt wird. Die Tagesgeldzinsen liegen aktuell bei durchschnittlich 2, 5 Prozent, das ist immer noch deutlich mehr, als die ein- oder zweijährige Bundesanleihe. Allerdings kann der Zins beim Tagesgeld über Nacht sinken. Seit die Europäische Zentralbank damit begonnen hat, Pfandbriefe in großem Stil aufzukaufen sind diese Papiere für Anleger wieder attraktiver geworden. Beinahe so sicher wie Staatsanleihen bieten Pfandbriefe etwa 0,5 Prozent mehr Rendite als Bundesanleihen, im Ausland (z.B. in Frankreich) sogar noch mehr. Selbst der beste Pfandbrief kommt jedoch nicht an die aktuelle Verzinsung beim Festgeld heran.

Besonders attraktive Renditen bieten Anleihen aus dem Nicht-Euro-Raum. Hier sind die Risiken (v. a. das Währungsrisiko) allerdings auch höher, denn durch zwischenzeitliche Schwankungen des Wechselkurses können zwar deutliche Gewinne entstehen, aber eben auch empfindliche Verluste resultieren. Solche Anleihen mit Gewinnpotential sehen Finanzexperten derzeit u. a. in Polen und Brasilien. Einige dieser Fremdwährungsanleihen werfen bereits ohne Berücksichtigung eventueller Wechselkursgewinne eine Rendite von deutlich mehr als 5 Prozent abwerfen.

Im Aktienbereich sind sich die Experten etwas uneinig. Nach den kräftigen Kursanstiegen während der letzten Wochen erwarten viele demnächst eine allgemeine Kurskorrektur an den Märkten um 10 bis 20 Prozent. Manche sehen trotzdem noch Potential für weitere Kursanstiege bis ins Frühjahr 2010 hinein. Vor allem die institutionellen Anleger werden mit ihrer Nachfrage für diesen weiteren Aufschwung sorgen. Bislang haben sich diese Anleger vornehm zurückgehalten. Wenn jedoch keine Anzeichen auftauchen, die gegen eine weitere Erholung der Wirtschaft sprechen, müssen aber ebenfalls nun langsam wieder investieren. Wer langfristig mit Aktien erfolgreich sein will, sollte sein Anlagedepot so ausrichten, dass besonders gut von dem in den nächsten Jahren zu erwartenden Aufschwung in den Schwellenländern profitiert. Besonderes Augenmerk sollte dabei nach Meinung der Finanzprofis auf Brasilien, Russland, Indien und China gerichtet werden. Eine Investitionsalternative sind Aktien exportstarker europäischer Firmen oder spezielle Schwellenländerfonds.

Durch die Entwicklungen in den Schwellenländern werden auch Rohstoffe in Zukunft für den Anleger interessant bleiben. So wird vor allem für den Ölpreis und den Goldpreis in der nächsten Zeit ein starker Anstieg vorausgesagt. Es wird jedoch allgemein empfohlen, derzeit lieber direkt in Rohstoffe zu investieren, als in Rohstoffaktien. Ebenso wird der amerikanische Dollar in den kommenden Monaten stärker werden. Sobald die Finanzmärkte auf die Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank (Fed) reagieren, wird sich das im Wert von dollarnotierten Finanzanlagen niederschlagen. Als deutscher Anleger kann man vom Dollar beispielsweise über einen Geldmarktfonds profitieren, der insbesondere Dollar-Papiere erwirbt.

Für diejenigen, die sich damit auskennen bleiben Zertifikate auch in Zukunft eine interessante Anlagealternative. Unsicherheiten über die zukünftigen Zinsentwicklungen sorgen große Schwankungen. Je höher die Schwankungsanfälligkeit der Märkte (Volatilität) desto billiger sind Zertifikate zu haben. Für Einsteiger empfehlen sich Bonuszertifikate oder Discountzertifikate, da hier auch ohne große Kurssprünge gute Renditen erwirtschaftet werden können und da bei diesen Anlageformen noch ein gewisser Sicherheitspuffer enthalten ist, falls die Kurse zwischenzeitlich fallen.

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