Immobilien als Geldanlage

Geschlossene Immobilienfonds

Einer der Hauptunterschiede zwischen geschlossen und offenen Immobilienfonds ist die Möglichkeit, zwischenzeitlich Anteile zu kaufen oder verkaufen. Bei geschlossenen Fonds ist das in der Regel nur mit Mühen oder gar nicht möglich. Auch sonst haben geschlossene Immobilienfonds wenig mit einem Fonds gemeinsam. Im Prinzip handelt es dabei um ein Beteiligungsmodell bei dem der Anleger zum Mitunternehmer wird und alle Chancen und Risiken mit zu tragen hat. Wenn der Fonds Gewinne erwirtschaftet, werden die Anleger je nach Anteil beteiligt. Ebenso kann es jedoch auch passieren, dass Anleger bei Verlusten des Fonds Geld nachschießen müssen. Normalerweise werden durch den Fonds keine Immobilien gekauft, sondern meist die entsprechenden Gebäude mit dem eingesammelten Geld erst gebaut. Ob das entsprechende Projekt einmal rentabel sein wird, weiß der Anleger erst, wenn das Gebäude fertig gestellt ist und die ersten Mieten fließen.

Wie im privaten Bereich funktioniert auch hier nicht immer alles reibungslos und in einigen Fällen zeigt sich im Verlauf des Bauvorhabens, dass sich der Initiator des Fonds verkalkuliert hat. In jedem Fall ist das Geld in einem geschlossen Immobilienfonds fest angelegt und für eine bestimmte Zeit gebunden. Meist müssen sich Anleger für 10 bis 15 Jahre an den Fonds binden. Ein vorzeitiger Ausstieg ist bei derartigen Fonds nicht vorgesehen. Es gibt zwar einen Zweitmarkt auf dem Anteile von geschlossenen Immobilienfonds gehandelt werden, allerdings kann man verlustbringende Fonds auch hier nur mit hohen Abschlägen loswerden. In der Regel werden Anlagesummen in fünfstelliger Höhe verlangt. Die Kosten für geschlossene Immobilienfonds sind mit etwa 15 Prozent vergleichsweise hoch, allein 6 Prozent an Provisionen fließen ab. Trotz allem ist eine Geldanlage in einem geschlossenen Immobilienfonds keine schlechte Sache. Die Renditen sind im Schnitt ganz ordentlich und liegen derzeit bei 5,6 Prozent. Außerdem sind solche Fonds kaum von den Finanzmärkten abhängig und eignen sich daher gut als Beimischung ins Anlage-Depot. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds sind auch hier enorm, einige Immobilienfonds bescherten ihren Anlegern in den letzten Jahren Verluste bis zu einem Viertel ihrer Einlage. Sicherheitshalber empfehlen Experten auf die Fonds großer Banken zu setzen oder bekannte Anbieter von geschlossenen Immobilienfonds zu wählen, wie z.B. Jamestown. Der bekannte Immobilienmakler Engel & Völkers hat ebenfalls vor kurzem zwei geschlossene Fonds für Wohnimmobilien aufgelegt, die durchaus empfehlenswert sind.