Hypothekendarlehen
Billiges Baugeld kann manchmal teuer werden
Bei Hypothekendarlehen oder anderen Baukrediten gibt es häufig große Unterschiede. Allerdings nicht nur bei den Zinsen oder den Tilgungsvorschriften, sondern ganz oft auch bei den Nebenkosten und Provisionen. Und so ist es kaum verwunderlich, dass bei einigen Angeboten am Ende der Laufzeit kaum etwas von den besonders günstigen Zinsen übrig geblieben ist, weil die Provisionen diesen Vorsprung zwischenzeitlich längst wieder aufgebraucht haben. Durch die langen Laufzeiten können Hypothekenkredite am Ende teurer werden obwohl die Zinsen besonders günstig sind und um einige Prozent unterhalb der anderen Angebote liegen.
Die Gebühren für die Vermittlung von Hypothekendarlehen sind jetzt nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Vor allem bei freien Vermittlern am Markt kann so der gesamte Kredit etwas günstiger angeboten werden als in einer Bankfiliale. Allerdings haben diese Firmen auch einen Recherche- und Verwaltungsaufwand, der irgendwie mit abgegolten werden muss, z.B. über Vermittlungsprovisionen. Diese liegt üblicherweise zwischen 0,5 und einem Prozent. Es gibt aber auch Angebote, wo diese Provisionen deutlich höher liegen. Die meisten dieser Gebühren werden in den Zins mit eingerechnet. Ein Unterschied von 2,5 Prozent bei der Provision macht letztendlich beim Zins einen Unterschied von etwa 0,3 Prozentpunkten im Jahr aus. Das klingt erst einmal wenig, aber bei Hypothekendarlehen geht es oft um große Summen und lange Laufzeiten. Da können am Ende schnell einmal ein paar tausend Euro Unterschied zusammenkommen.
Einige Vermittler von Baufinanzierungen haben eine Art Monopolstellung und können ohne Folgen sehr hohe Provisionen verlangen. Dessen sollte sich der Kunde bewusst sein. Gerade bei höheren Beleihungsquoten wird es für die zukünftigen Bauherren auch immer schwieriger geeignete Vergleichzahlen zu bekommen, denn die veröffentlichten Zinsvergleiche bei Stiftung Warentest oder in anderen Medien beziehen sich meist nur auf niedrigere Beleihungsquoten. Einige der freien Vermittler sind relativ klein, so dass sie bei Konditionsverhandlungen mit Banken oder anderen Anbietern von Baufinanzierungen oft nicht alle Verhandlungsspielräume ausschöpfen können. Manchmal sind auch weitere Vermittler oder ein zusätzlicher großer Vermittler zwischengeschaltet, um dem Kunden am Ende ein günstiges Angebot präsentieren zu können. Allerdings hat jeder zusätzliche Vermittler einen eigenen Provisionsanteil, so dass sich die Gebühren insgesamt erhöhen. Wenn der Zinsvorteil entsprechend groß ist, dann fällt das nicht so sehr ins Gewicht und der Hypothekenkredit kann am Ende trotzdem noch deutlich günstiger sein, als bei der Konkurrenz.
Wenn man sich ein Vergleichsangebot für eine Baufinanzierung erstellen lässt, sollte man immer darauf achten, sich die Provisionen getrennt darstellen zu lassen oder diese zumindest beim Vergleich mit zu berücksichtigen. Dies ist nicht selbstverständlich. Denn nur, wenn man die Höhe der Gebühren kennt, kann man als Verbraucher beurteilen, ob ein günstiges Kreditangebot am Ende tatsächlich immer noch so günstig ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. In einigen Fällen lassen sich die Provisionen auch noch nachverhandeln oder es besteht zumindest die Möglichkeit, günstigere Zins- oder Tilgungsbedingungen zu erhalten.
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